Nepal Arughat Ghurka Februar 2013

Posted on 04/02/2013 by ansgarbaumert

Nachts um 2 Uhr wachte ich auf, weil es begann, wolkenbruchartig zu regnen, mitten in der Trockenzeit. Ich wollte mir gar nicht ausmalen, wie die Schlammstraße am nächsten Tag nach so einem Unwetter aussehen würde, womit ich aber nicht rechnete war, dass es ungebremst weiter regnete, alles stand schon unter Wasser. Erst am Nachmittag ließ der Regen nach und ich machte mit dem Kioskbesitzer nebenan einen Spaziergang durch das kleine Dorf, wo es wirklich nichts gab. Am Abend begann der Regen von Neuem und am nächsten Morgen regnete es noch immer wie aus Kübeln. An Weiterfahren war nicht zu denken. Nachmittags kamen zwei durchgeweichte Leute, die mit einem Motorrad aus der entgegengesetzten Richtung gekommen waren. Sie wollten eigentlich weiter Richtung Kathmandu fahren. Ich war fest entschlossen, am nächsten Tag auch bei Regen weiterzufahren. Am nächsten Morgen war das Gewitter besonders stark und es blitzte und donnerte an einem Stück. Ich hatte meine Rucksäcke in Müllsäcken verstaut, ausgecheckt  und das Motorrad schon angelassen, also meine beiden neuen Freunde kamen und sagten, ich würde nicht weit kommen, es wäre aussichtslos. Da die Straße nach Kathmandu allerdings inzwischen komplett unbefahrbar wäre, hätten wir jetzt den gleichen Weg und könnten zusammen fahren. Am diesem Abend aßen wir zusammen und tranken jede Menge von dem einheimischen Wein, der in alten Sprite- und Colaflaschen verkauft wird, auf denen noch das Originaletikett klebt. Meine Freunde heißen beide Prem. Am nächsten Tag schien die Sonne und wir machten uns auf den Weg. Ich musste zunächst alleine fahren, weil der kleine dicke Prem den anderen irgendwo hinbringen wollte. Als wir uns wiedertrafen, fuhren wir zu zweit bis zu einem Fluss, über den es keine Brücke gab und der nach dem Regen sehr breit war. Prem fuhr ins Wasser und dann zunächst an der Seite den Fluss herunter. Plötzlich riss er das Steuer herum und fuhr mitten in den Fluss hinein, es war die Furt. Ohne nachzudenken aber vor Angst schlotternd fuhr ich hinterher. Das Wasser ging fast bis zum Sattel und ich hielt meine Füße so hoch es ging, aber der Untergrund bestand aus dicken Felsen und ich musste mich jeweils einmal mit jedem Fuß unten abstützen um nicht zu stürzen. Von da an fuhren wir den ganzen Tag durch eine unwegsame Schlammpiste, zumeist in den Spuren eines Überlandbusses, der vorher hier langgefahren war. Der lange Prem musste immer wieder absteigen und laufen, weil die Straße so schlecht war, dass man nur alleine manövrieren konnte.

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